Ab wann gibt es Noten in der Grundschule? · https://schulgedanken.de/noten/noten-grundschule/
Kurz erklärt
In den meisten Bundesländern erhalten Kinder ab Klasse 3 erstmals Noten auf dem Zeugnis, manchmal auch schon früher oder später – das hängt vom jeweiligen Landesrecht ab. Häufig werden in den ersten Grundschuljahren stattdessen Berichtszeugnisse oder Lernentwicklungsberichte verwendet. Informiere dich am besten bei der Schule oder dem Schulministerium deines Bundeslandes über die genauen Regelungen.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Zeitpunkt, ab wann Grundschulkinder Noten erhalten, ist in Deutschland nicht einheitlich geregelt.
- In vielen Bundesländern gibt es Noten ab Klasse 3, in einigen auch schon ab Klasse 2 oder erst ab Klasse 4.
- Häufig werden in den ersten Schuljahren Berichtszeugnisse oder Lernentwicklungsberichte statt Noten verwendet.
- Eltern können sich bei der Schule oder dem Schulministerium ihres Bundeslandes über die geltenden Regelungen informieren.
- Die Umstellung von Berichtszeugnissen auf Noten ist für viele Kinder und Familien ein wichtiger Schritt – mit Chancen und Herausforderungen.
Worum geht es?
Viele Eltern fragen sich, ab wann ihr Kind in der Grundschule erstmals Noten bekommt. Das Thema sorgt oft für Unsicherheit: Manche Kinder berichten schon in Klasse 2 von “Noten”, andere erhalten bis zur vierten Klasse ausschließlich Lernentwicklungsberichte. Die Unterschiede sind groß – und hängen direkt vom Bundesland und der jeweiligen Schulform ab.
Noten sind für viele Familien ein zentrales Thema. Sie prägen den Schulalltag, beeinflussen das Selbstbild der Kinder und wirken sich auf das Lernen aus. Gleichzeitig gibt es Alternativen, etwa Berichtszeugnisse oder Kompetenzraster, die in den ersten Schuljahren genutzt werden. Eltern möchten wissen, was auf sie und ihr Kind zukommt, wie sie ihr Kind begleiten können und wie sie die Umstellung auf Noten unterstützen.
Warum ist das so?
Die Frage, ab wann Noten vergeben werden, ist historisch und bildungspolitisch gewachsen. In Deutschland ist Bildung Ländersache, das heißt: Jedes Bundesland legt selbst fest, wie und wann in der Grundschule bewertet wird. Die Regelungen stehen im jeweiligen Schulgesetz oder in Verordnungen zum Zeugniswesen.
Die wichtigsten Gründe für die Unterschiede:
- Schulrechtliche Vorgaben: Jedes Bundesland entscheidet selbst, ab wann Noten vorgeschrieben oder erlaubt sind.
- Pädagogische Überzeugungen: Viele Fachleute und Schulpolitiker:innen halten es für sinnvoll, in den ersten Grundschuljahren auf Noten zu verzichten, um den Leistungsdruck gering zu halten und den Fokus auf die individuelle Entwicklung zu legen.
- Übergänge und Vergleichbarkeit: Mit Blick auf den Übergang in die weiterführende Schule werden spätestens in Klasse 3 oder 4 meistens Noten eingeführt, um die Leistungen vergleichbarer zu machen.
- Elternwünsche: In manchen Regionen wünschen sich Eltern eine möglichst frühe Notengebung, um die Entwicklung ihres Kindes besser einschätzen zu können – in anderen Regionen gibt es eine starke Ablehnung von Noten in den ersten Jahren.
Was kannst du tun?
Wenn du wissen möchtest, ab wann dein Kind Noten erhält und wie du es dabei unterstützen kannst, helfen dir diese Schritte:
- Informiere dich bei der Schule: Frage direkt bei der Klassenlehrkraft oder im Sekretariat nach, wie die Zeugnisse in den einzelnen Jahrgangsstufen aussehen.
- Schulhomepage oder Elternabend nutzen: Viele Schulen stellen Informationen zu Zeugnissen und Bewertungssystemen auf ihrer Homepage bereit oder erklären sie beim ersten Elternabend.
- Schulministerium deines Bundeslandes: Auf den Seiten der Schulministerien findest du die offiziellen Regelungen zu Noten, Zeugnissen und Übergängen.
- Mit deinem Kind sprechen: Bereite dein Kind behutsam auf den Wechsel von Berichtszeugnissen zu Noten vor. Sprich über den Unterschied zwischen Rückmeldungen und Noten und erkläre, dass Noten eine Form der Bewertung sind, aber nicht alles über das Kind aussagen.
- Bei Unsicherheiten nachfragen: Wenn du das Gefühl hast, dass dein Kind unter der Umstellung leidet oder sich Sorgen macht, suche das Gespräch mit der Lehrkraft. Gemeinsam könnt ihr überlegen, wie der Übergang gut gelingen kann.
- Austausch mit anderen Eltern: Oft hilft es, sich mit anderen Eltern auszutauschen, um Erfahrungen und Tipps zu teilen.
Beispiel aus dem Schulalltag
Viele Grundschulen führen in Klasse 3 erstmals Noten ein. Das kann so aussehen: Im ersten Halbjahr gibt es noch einen ausführlichen Lernentwicklungsbericht, im zweiten Halbjahr werden dann zusätzlich Noten vergeben. In anderen Bundesländern oder Schulen erhalten Kinder bereits ab Klasse 2 Noten, oft ergänzt durch kurze schriftliche Rückmeldungen. Es gibt aber auch Modelle, bei denen bis zur vierten Klasse komplett auf Noten verzichtet wird.
Was die Forschung sagt
Die Forschung zeigt, dass Noten in den ersten Grundschuljahren nicht zwingend notwendig sind, um Lernfortschritte zu dokumentieren. Viele Studien weisen darauf hin, dass schriftliche Rückmeldungen und Lernentwicklungsberichte für die Motivation und das Selbstbild von Kindern oft hilfreicher sind als reine Ziffernnoten. Gleichzeitig zeigen Untersuchungen, dass spätestens beim Übergang in die weiterführende Schule viele Kinder mit Noten konfrontiert werden und darauf vorbereitet sein sollten. Die Wirkung von Noten auf die Lernmotivation ist in der Wissenschaft umstritten und hängt stark von der Art der Rückmeldung, der Schulkultur und dem Umgang in der Familie ab.
Was in deinem Bundesland gilt
Die Regelungen zu Noten und Zeugnissen in der Grundschule unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland. In vielen Ländern gilt:
- Noten ab Klasse 3: In den meisten Bundesländern werden ab der dritten Klasse Ziffernnoten vergeben, oft zunächst zusätzlich zu Berichtszeugnissen.
- Frühere oder spätere Notengebung: Einige Bundesländer beginnen schon in Klasse 2 mit Noten, andere erst in Klasse 4.
- Berichtszeugnisse: In den ersten beiden Jahren werden häufig Berichtszeugnisse oder Lernentwicklungsberichte genutzt, die die Entwicklung des Kindes in verschiedenen Bereichen beschreiben.
- Übergangsregelungen: Beim Wechsel auf die weiterführende Schule (meist nach Klasse 4) sind Noten in der Regel Voraussetzung für die Empfehlung oder das Aufnahmeverfahren.
Für die genauen Regelungen solltest du dich direkt beim Schulministerium oder auf der Homepage deines Bundeslandes informieren. Dort findest du aktuelle Informationen zu Zeugnissen, Noten und Übergängen.
Stand: September 2026 – Regelungen können sich je nach Bundesland unterscheiden.
Häufige Fragen
Welche Arten von Zeugnissen gibt es in der Grundschule?
In den ersten Schuljahren werden häufig Berichtszeugnisse oder Lernentwicklungsberichte genutzt. Diese beschreiben die Lernentwicklung und das Sozialverhalten des Kindes in ganzen Sätzen. Ziffernnoten kommen meist ab Klasse 3 oder 4 dazu.
Was ist der Unterschied zwischen einem Berichtszeugnis und einem Notenzeugnis?
Berichtszeugnisse geben eine ausführliche Rückmeldung zur Entwicklung des Kindes in verschiedenen Bereichen, meist ohne Noten. Notenzeugnisse enthalten Ziffernnoten in den einzelnen Fächern und sind oft knapper gehalten.
Warum gibt es Unterschiede zwischen den Bundesländern?
Bildung ist in Deutschland Ländersache. Jedes Bundesland kann selbst festlegen, wie und wann Noten in der Grundschule vergeben werden. Das führt zu unterschiedlichen Regelungen.
Was tun, wenn mein Kind Angst vor Noten hat?
Sprich offen mit deinem Kind über seine Gefühle und erkläre, dass Noten nur eine Rückmeldung über den aktuellen Leistungsstand sind. Bei anhaltenden Sorgen hilft das Gespräch mit der Lehrkraft oder ggf. eine Beratung durch den schulpsychologischen Dienst.
Können Eltern Einfluss auf die Art der Zeugnisse nehmen?
In manchen Schulen gibt es Elternvertretungen oder Schulkonferenzen, in denen das Thema Zeugnissystem besprochen wird. Grundsätzlich entscheidet aber das jeweilige Bundesland über die rechtlichen Vorgaben.
Gibt es Schulen, die komplett auf Noten verzichten?
Ja, es gibt einzelne Grundschulen, die bis zum Ende der vierten Klasse auf Noten verzichten und stattdessen ausführliche Lernberichte nutzen. Das ist jedoch nicht in allen Bundesländern zulässig und hängt von der Schulart und den Landesregelungen ab.
Wie kann ich mein Kind auf die Umstellung auf Noten vorbereiten?
Sprich frühzeitig mit deinem Kind über den Unterschied zwischen Rückmeldungen und Noten. Betone, dass Noten nicht alles über ein Kind aussagen und dass Fehler zum Lernen dazugehören. Unterstütze dein Kind dabei, sich auf die eigenen Fortschritte zu konzentrieren.
Quellen und weiterführende Informationen:
- Schulgesetze der 16 Bundesländer
- Kultusministerkonferenz (KMK)
- Bundeselternrat
- Deutsches Schulportal
- Nationaler Bildungsbericht „Bildung in Deutschland“ (Autorengruppe Bildungsberichterstattung)
Über diesen Beitrag
- Autor:in
- Redaktion
- Veröffentlicht
- 7. Juli 2026
- Prüfung
- Redaktionell recherchiert anhand der genannten Quellen.
- Quellenbasis
- Schulgesetze der 16 Bundesländer
- Kultusministerkonferenz (KMK)
- Bundeselternrat
- Deutsches Schulportal
- Nationaler Bildungsbericht „Bildung in Deutschland“ (Autorengruppe Bildungsberichterstattung)
Wie wir arbeiten und Quellen auswählen: Redaktionelle Standards. Schulrecht ist Ländersache; Regelungen können sich je nach Bundesland unterscheiden.




